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Gnathologie

Die Gnathologie (griech. „gnatus“ = Kiefer und „logos“ = Rede, Wort) ist eine Sparte der Zahnmedizin, die sich mit der Funktion der Muskeln, Bänder, Zunge und jenem Teil des Nervensystems beschäftigt, der die Informationen aus diesem Bereich empfängt, verarbeitet und steuert.

Die Rolle der Zähne ist insofern wichtig, da sie in die Stellung des Unterkiefers eingreifen. Diese Disziplin verbreitete sich erst seit den letzten 20 Jahren rapide, obwohl sie bereits in früheren Jahrhunderten bekannt war und praktiziert wurde. Der Grund des aktuellen Interesses ist, dass der Unterkiefer und die Unregelmäßigkeit der Unterkieferknochen eine enorme Rolle bei der Entstehung von Haltungsproblemen spielen, wie fortgeschrittene neurophysiologische Forschungen zeigen.

Heute gibt es diverse Schulen für Gnathologie und alle (im Gegensatz zu verschiedenen wissenschaftlichen Annahmen und diversen technischen Anwendungen) verfolgen ein gemeinsames Ziel: Nämlich die richtige Beziehung zwischen Kiefer und Schädel zu identifizieren. Bzw. wird das orthopädisch physiologische Zusammenspiel zwischen Ober- & Unterkiefer untersucht, um es durch Eingriffe aufrecht zu erhalten und wiederherzustellen, wenn es gestört wurde und folglich die Ursache für Muskelspannungen und weiterer Probleme ist.

Für eine korrekte Diagnose und für eine folgerichtige Behandlung ist es von großer Bedeutung die genaue Kiefer-Schädel-Beziehung zu erkennen und sie zu bestimmen, da sie wie der Schlüssel zur Veränderung jeglicher Haltungsstörungen des Mund-Kiefer-Gesicht-Systems fungiert.

Wenn man also Eingriffe im Mund vornimmt, muss man bedenken, dass man tatsächlich Änderungen in einem hochkomplexen und ausgeklügelten System der Informationsverarbeitung und zentralen Steuerung vornimmt. Tatsächlich kann auch eine bloße Füllung, wenn sie überdimensioniert ist, die Störung dieses Systems verursachen. In einem Mund, der gut funktioniert, ist es von enormer Bedeutung, die richtige Beziehung zwischen den Kiefern zu erkennen, um sie aufrecht zu erhalten, wenn das Einsetzen eines Inlays, einer Krone oder einer Brücke notwendig ist.

Die erfolgreiche Wiederherstellung einer verloren gegangenen Funktion hängt ab von:

  • der Zeitspanne, seitdem das System nicht mehr richtig funktioniert
  • der Qualität und der Häufigkeit der gezwungenen Anpassung des neuromuskulären Systems, um die Funktion mit dem geringst möglichen Aufwand aufrecht zu erhalten
  • dem Ausmaß des Schadens als Folge einer Störung
  • Eine richtige Kiefer-Schädel-Beziehung bei diesen Patienten wieder herzustellen bedeutet nicht nur die korrekte Funktion an die neuromuskulären Systeme zurückzugeben, sondern aus Patienten von der (möglichen) Medikamentenabhängigkeit zu befreien.